Heute trag ich Bart


Heute trag ich Bart

eine Ausstellung in der Kielkindgallerie im August 2010,

von Sina Arlt, Sabin Bodmer, Sonja Kramer, Sarah Roloff und Maria Tetzlaff

 

Pressetexte:

Von düsteren Wesen und bärtigen Fischen 

Galerie kielkind: ” heute trage ich Bart”

von Sabine Tholund, erschienen in der KN

Kiel: Fünf Frauen tragen Bart-zumindest in der Museumsnacht am Freitagabend. Die skurrile Aktion bildet den Auftakt zur Ausstellung heute trage ich Bart in der Galerie kielkind, in der die Künstlerinnen Arbeiten unterschiedlichster Art vorstellen. Bärte spielen eine Rolle- allerdings eine untergeordnete. Zum Beispiel in dem Animationsfilm At my window von Sonja Kramer. ” Das Motto der Schau hat etwas mit Freiheit zu tun”, sagt Sabine Bodmer. ” Es bedeutet so viel wie: Ich mache was ich will.” Gemeinsam mit drei der fünf Ausstellungsteilnehmerinnen studiert die in Zürich geborene Künstlerin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW). Wie ihre Kommilitoninnen präsentiert sie unter anderem die Ergebnisse eines Kurses für Assoziative Illustration. Pflaster lautet das übergeordnete Thema ihrer graphischen Serie, in der Hilfsbedürftige, Alte und Gestrandete im Mittelpunkt stehen. “Pflaster stehen für Verletzlichkeit und das Bedürfnis, etwas abzudecken”, so die 33-Jährige…

Sarah Roloff zeigt neben einer bärtigen Puppe und einem witzigen Objektkasten ein Bilderbuchprojekt. “Es handelt von einem Mädchen, das sich quer durch die Welt gräbt- aus Trauer darüber, dass sie sich mit ihrem Freund gestritten hat”, erzählt die aus Preetz stammende Künstlerin. Um Gerüche und Alltag geht es in den Zeichnungen von Sina Arlt. “Das Riechen an sich spielt so eine wichtige Rolle und geht doch in der allgemeinen Wahrnehmung oft unter”, so die 27-Jährige. Protagonist ihrer Zeichenserie ist eine klobig graue Gestalt mit kleinem Kopf und ungelenkem Körper- ein geschlechtsloses Wesen, aus dem es dampft und dünstet, ohne dass man es ihm verübeln könnte.

Eine unendliche Geschichte erzählt Maria Tetzlaff mit einer großformatigen Arbeit, die mit wiederkehrenden Strukturen und ihren Auflösungen spielt. Hier wird aus einer Eule ein Baum, der Baum zur klitzekleinen Stadt, die Stadt zur Pflanze und die wiederum zum Fisch oder zum Menschen. Manche davon tragen Bart-darunter auch ein Fisch.